Do, 1.5. Back to Reality

Wir haben Goa jetzt doch mal verlassen und sind nach Kerala weitergereist. Es ist schön, wieder in Indien zu sein. Goa ist zwar offiziell Indien, aber so richtig viel merkt man davon nicht. Vor allem, wenn man nur am Strand rumliegt. Was auch sehr schön war; aber es ist gut, wieder zurück zu sein. Wenn ich Indien schon vermisse, während ich noch da bin, wie soll das erst werden, wenn ich wieder zu Hause bin? Trotzdem, ich freue mich schon sehr auf zu Hause.
Die 17 Stunden Zugfahrt haben wir diesmal in einem klimatisierten Abteil verbracht. Sehr angenehm. Auf der Zugfahrt hatten wir auch ein kleines Abenteuer. Ich bin an einer Station ausgestiegen, um Trinken zu kaufen. Das kann man normalerweise ganz gut machen, weil die Züge so lange halten. Diesmal ist der Zug aber schon wieder angefahren. Glücklicherweise fahren Züge in Indien sehr langsam und mit geöffneten Türen. Ich bin also auf den fahrenden Zug aufgesprungen. Ich finde, das ist etwas, was man mal getan haben solle. Leider bekommt man dazu in Deutschland keine Chance. Das einzige Problem war, dass ich leider nicht in unserm Abteil gelandet bin. Da der Durchgang verschlossen war, musste Darleen die zwanzig Minuten bis zum nächsten Halt hoffen, dass ich nicht noch am Bahnhof stehe.

Kerala ist schön. Sehr grün. Überall Palmen. Kerala bedeutet Land der Kokosnuss. Und jede Menge Wasser. Kerala hat sehr viel Küste und unzählige Flüsse und Seen. Kochi, die Stadt in der wir jetzt sind, liegt quasi im Wasser. Viele einzelne Inseln, die durch Fähren miteinander verbunden sind.
Kerala hat eine interessante Geschichte. Es war erst portugiesisch, dann holländisch, dann britisch. Heute wird Kerala von einer demokratisch gewählten kommunistischen Partei regiert und ist damit der wohlhabendste Bundesstaat Indiens mit der höchsten Alphabetisierungsquote. Das finde ich sehr interessant und irgendwie nett zu sehen.
Heute haben wir sehr viel Sightseeing gemacht. Unter anderem zwei hässliche Kirchen und eine Synagoge. Irgendwie merkwürdig, dass ich ausgerechnet in Indien das erste Mal in eine Synagoge gehe. Vor allem aber haben wir uns Kathakali, das traditionelle kerallische Tanztheater angesehen. Allerdings nur die gekürzte Touristenversion. Die echten Aufführungen dauern die ganze Nacht.
Beim Kathakali schminkt sich der Tänzer das ganze Gesicht sehr stark in bunten Farben und verkleidet sich dann. Aufgeführt werden Geschichten aus heiligen Hindu-Texten. Auftreten ist nur Männern erlaubt. Die Vorstellung besteht doch aus sehr viel weniger Tanz, als ich gedacht hätte. Unter Tanzen hatte ich mir Bewegung vorgestellt. Stattdessen ist es eher so eine Art Pantomime zum Rhythmus der Trommeln. Mit sehr starker Mimik. Nur durch die Mimik und Gestik können die Tänzer tatsächlich ganze Geschichten erzählen.

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