Viel zu tun

Der Unterricht heute war ziemlich genauso wie gestern. Langsam entwickeln wir eine Routine und werden gelassener wenn etwas nicht so klappt wie wir uns das vorstellen. Es funktioniert eben nie alles perfekt, wir werden die Welt durch unsere Arbeit nicht groß verändern aber ein bisschen helfen tun wir auf jeden Fall.
Am Sonntag ist hier Diwali. Das ist quasi das indische Weihnachten. Eine Art Lichterfest und man schenkt sich Geschenke und Süßigkeiten. Deshalb waren wir nachmittags für alle Kinder in unserem Projekt Bonbons kaufen und nach dem Abendessen haben wir aus Papier Kerzen in Schalen ausgeschnitten (die Stellt man hier zu Diwali auf), die die Kinder dann morgen anmalen können. Das hat etwa zwei Stunden gedauert.
Und wir haben zwei Englisch-Hindi-Wörterbücher gekauft, damit wir uns besser mit den Kindern verständigen können denn mit unseren Deutsch-Hindi-Büchern kommen wir nicht so weit. Die Bücher haben beide zusammen etwa 1.20 € gekostet. Wir überlegen schon, ob wir nicht für alle älteren Kinder eins kaufen sollten.
Wenn ich diesen Eintrag jetzt fertig geschrieben habe werde ich mir mal die Haare sehr gründlich mit einem Läusekamm kämmen. Vorhin haben sich nämlich ein paar Kinder am Kopf gekratzt und ein Junge kam heute auch mit rasierten Haaren an, wahrscheinlich weil er Läuse hatte, aber ganz sicher sind wir uns nicht. Drückt mir also schön die Daumen, dass ich keine habe, denn die wieder loszuwerden wäre nicht lustig. Und ich rasiere mir meine Haare ganz bestimmt nicht ab.

Advertisements

„Baith Jao!“

Heute haben wir nicht mehr die ganz kleinen Kinder betreut. Irgendwie hatten wir das Gefühl, dass wir da nicht wirklich gebraucht werden. Wir verstehen die nicht, die verstehen uns nicht; und überhaupt, warum müssen dreijährige eine Fremdsprache lernen? Die sollen erstmal Hindi schreiben können. Stattdessen helfen wir in der Zeit jetzt bei den Zehn- bis Zwölfjährigen. Das ist definitiv sinnvoller denn die können tatsächlich schon ein paar Sätze Englisch und nicht nur einzelne Worte, sodass man sich mit denen sogar ein bisschen unterhalten kann.
Später haben wir dann Raoul Englischnachhilfe gegeben. Raoul ist Mathestudent und für zwei Stunden am Tag kommt er in unser Projekt um den älteren Mädchen Mathe beizubringen. Was ich auch ziemlich cool finde. Jeden Tag zwei Stunden, das ist echt viel. Das mit der Nachhilfe war allerdings nicht so sinnvoll. Raoul lernt seit zwei Monaten Englisch und spricht dafür wirklich ziemlich gut. Nur, dass er einen sehr starken indischen Akzent hat, sodass wir ihn oft nicht verstehen. Er konnte zum Beispiel „Religion“ nicht Englisch aussprechen. Es klag immer wie Relisn“. Obwohl es diesen „Dsch“-Laut auf Hindi sogar gibt. Sehr komisch. Aber wir können in Hindi auch vieles nicht aussprechen.
Mal abgesehen davon, dass wir noch immer viel zu wenig Hindi können. Nur „Wie heißt du?“ „Ich heiße…“ „Setzt euch hin.“ „Leise!“ und bis zehn zählen. Und heute haben wir noch „Bis morgen“ gelernt. Wir müssen noch viel lernen. Mal angefangen mit den Namen der Kinder. Bis jetzt können wir nur sehr wenige. Weil man die Kinder erstens oft schlecht versteht wenn sie ihren Namen sagen, weil es immer so laut ist in der Klasse. Außerdem hat man die Namen auch meistens nicht geschrieben gesehen. Und dann sind diese indischen Namen für uns auch noch sehr ungewohnt.
Nachmittags haben wir wieder die Sechs- bis Achtjährigen unterrichtet. Wir haben die verschiedenen Teile des Gesichts und Kleidung beigebracht. Und wieder Mathe. Das geht alles schon ganz gut. Viele Kinder wollen aber trotzdem nur malen. Wir malen ihnen ein Tier und sie malen es aus. Mal schreiben sie den Namen daneben, mal wir. Über die Sinnhaftigkeit lässt sich sicher streiten, aber die Kinder haben ihren Spaß. Das ist ja auch nicht schlecht.
Ein Mädchen hat uns die ganze Zeit irgendwas zu essen geschenkt. Kekse, Erdnussflips und sowas. Sehr lieb, aber irgendwie haben wir uns dabei doch nicht so richtig wohl gefühlt. Zum einen, weil diese Kinder alle unterernährt sind und ich dann nicht auch noch ihr Essen essen will. Zum anderen, weil wir uns nie sicher waren, ob wir davon nicht krank werden. Denn keimfrei war das bestimmt nicht. Wir haben dann immer ein, zwei Bissen davon genommen und den Rest unauffällig in unseren Taschen verschwinden lassen.
Heute war übrigens schon wieder Water Day und wieder die ganze Straße überschwemmt. Kein Wunder wenn die Wasserleitungen einfach Schläuche sind die irgendwo aus der Straße herausstehen. So ein richtiges System, wann es Wasser gibt, scheint es wohl wirklich nicht zu geben.

A, B, C, D, F

Heute war unser zweiter Tag im Projekt. Und es lief schon viel besser als gestern. Mir den kleinen Kindern haben wir das Alphabet geübt und die verschiedenen Körperteile. Mit denen das Alphabet zu üben ist wirklich lustig. Wenn sie es selbst aufsagen, vergessen sie IMMER das E, jedes Mal. Und außerdem schreien sie dabei immer ganz laut im Chor. Wirklich laut. Wie beim Militär, nur lauter. Auf Dauer doch echt anstrengend. Aber wirklich süß.

Nach der Mittagspause hatten wir dann wieder die etwas älteren Kinder (sechs bis acht). Mit denen haben wir auch die verschiedenen Körperteile geübt. Allerdings mussten sie die auch schreiben und nicht wie die kleinen Kinder nur uns nachsprechen und Menschen ausmalen.

Danach haben wir mit ihnen Mathe geübt. Definitiv eine gute Idee. Das hat die wirklich interessiert. Die Körperteile müssen sie glaube ich bei allen Freiwilligen jeden Tag lernen. Mathe ging auch erstaunlich gut. Zählen konnten die schon und wir haben ihnen jetzt beigebracht, was Plus und Minus ist und sie einfache Aufgaben mit den Zahlen von eins bis zwanzig rechnen lassen. Das ging wirklich viel besser, als wir erwartet hatten.

Und am Ende des Tages haben uns viele Kinder umarmt, als sie uns Tschüss gesagt haben. Die sind wirklich süß.

Heute war übrigens Water Day in deren Slum. Dort gibt es nämlich nur so zwei Mal in der Woche Wasser. Dann müssen alle Wasserkanister aufgefüllt werden. Das fand ich extrem. Das kann man sich hier einfach nicht vorstellen, dass es einfach nie fließendes Wasser gibt.

Und trotzdem sind alle Kinder erstaunlich sauber. Also ein paar haben Löcher in ihren Anziehsachen, aber sowohl die Kinder als auch ihre Kleidung sind eigentlich immer sauber. Heute haben die Kinder alle Zahnbürsten und Zahnpasta geschenkt bekommen die Don gekauft hat. Das war wirklich gut, denn ihre Zähne sind bei einigen schon sehr kaputt. Was ja auch kein Wunder ist wenn sie die nicht putzen können.

Heute haben wir übrigens einen vernünftigen Preis für die Rikshaw bezahlt. Zwar etwas zu teuer, aber nicht schlimm. Das können wir also auch

Erster Tag im Projekt

Das Internet bei Rajiv zu Hause geht seit gestern nicht, daher heute zwei Artikel. Um die Posten zu können mussten wir auch erst zu Starbucks gehen. Ich weiß, das ist total sinnlos in Indien zu Starbucks zu gehen, aber die haben hier kostenloses W-Lan und ich wollte euch ja erzählen wie es mir so geht.
Heute war der erste Tag in unserem Projekt. Wir arbeiten in so einer Art inoffiziellen Schule in einem Slum.
Vormittags saßen wir in einer Klasse von Kindern, die zwischen drei und fünf Jahre alt waren. Allerdings sahen alle eher wie zwei bis drei aus. Weil sie einfach so klein und dünn sind. Das hatte auch weniger etwas mit Schule zu tun als eher mit Betreuung. So wie Vorschule in Deutschland vielleicht. Die Kinder haben das Alphabet gelernt und ein paar Englische Wörter, aber nicht viel. Und zwischendurch auch immer einfach gespielt.
Bei uns im Projekt arbeitet auch Don, ein 57-jähriger Amerikaner der immer in seinem Urlaub herkommt. Die Kinder hier lieben ihn, denn er ist ein super witziger Typ. Außerdem macht er immer Fotos von den Kindern und schenkt sie ihnen dann. Bestimmt über hundert Stück. Und Bananen hat er wohl auch jeden Tag für alle dabei. Und auf seinem iPad zeigt er den Kindern irgendwelche spiele und Lieder, damit die auch mal Technik kennenlernen. Wirklich ein toller Mensch. Wie viele Menschen opfern schon ihren Jahresurlaub, um anderen Menschen zu helfen?
Dann hatten wir Mittagspause und die Kleinen sind nach Hause gegangen. Nach der Pause haben wir probiert, die ca. sechs bis achtjährigen zu unterrichten. Wobei das sehr chaotisch war. Denn die Kinder konnten kaum Englisch und wir so gut wie kein Hindi. Wir haben ihnen anhand von Bildern ein paar Worte gesagt, die sie dann aufschreiben sollten oder auch nur die Bilder ausmalen, je nachdem, was sie so konnten. Allerdings weiß ich nicht, wie wir die so mehrere Wochen lang beschäftigen sollen. Uns hat auch niemand so richtig erklärt, was wir denen beibringen sollen. Aber wir kriegen das schon noch hin.
Am anderen Ende des Raumes haben übrigens währenddessen ein paar ältere Mädchen den Satz des Pythagoras und ähnliches gelernt. Irgendeinen Erfolg muss die Schule also haben, wenn die sowas lernen können.
Es war also wie gesagt alles ein bisschen chaotisch, aber die Kinder sind wirklich super süß und wir werden bestimmt auch noch besser im Unterrichten.
Allerdings war das doch ziemlich anstrengend. Und auf dem Rückweg wurden wir auch noch von dem Rikshawfahrer übers Ohr gehauen. Normalerweise machen wir den Preis immer vorher aus, aber der Leiter der Schule, der auch Rajiv heißt, meinte, wir sollen uns auf das Taximeter verlassen. Allerdings hat der Fahrer dann einen Umweg genommen, um den Preis zu erhöhen und wollte dann auch noch das Dreifache des angezeigten Preises. Da haben wir dann aber doch nicht mitgemacht. Nur weil wir weiß sind, sind wir nicht total bescheuert. Aber das hat uns doch aufgeregt. Und uns ist immer noch nicht klar, warum Rajiv dagegen war den Preis vorher festzulegen.

27.10. Go to Shopping Mall!

Heute waren Darleen und ich am Connnaught Place. Das ist ein großer Platz in der Mitte von Delhi. Als wir dort aus der Metro gestiegen sind wurden wir gleich von einem sehr freundlichen Inder angesprochen. Der hat uns erklärt, die Gegend wäre nicht sicher und die Geschäfte hätten eh alle noch nicht auf weil Sonntag wäre. Aber in der Nähe würde es eine Shopping Mall geben, die die Sachen zu indischen Preisen verkauft. Da sollten wir erst hinfahren und danach erst Frühstücken gehen. Es war zwar schon halb elf und wir hatten Hunger, aber wir dachten wir probieren das mal, die Rikshaw kostete auch nur 10 Rupien. Allerdings hat der Fahrer uns einfach zu einer Reihe von kleinen Geschäften gefahren die alle nicht besonders verlockend aussahen. Außerdem zahlt man in diesen Geschäften immer überteuerte Preise, das ist so eine typische Touristenfalle und wir sind voll hineingetappt. Wir haben dann nix gekauft, sondern uns einfach zurückfahren lassen. 20 Rupien für die Rikshaw umsonst ausgegeben aber das sind ja nur 25ct also was soll‘s. Das hätten wir auch deutlich schmerzhafter lernen können.
Übrigens haben uns den ganzen Tag Leute angesprochen, die uns alle dasselbe wie der erste Typ erzählt haben. Aber auch viele freundliche Leute, die uns wirklich einfach nur helfen wollten. Das ist nur immer schwer einzuschätzen. Einer hat uns sogar seinen Studentenausweis gezeigt, damit wir ihm glauben, dass er kein Geld will. Und uns dann den Weg gezeigt und war super freundlich.
Connaught Place an sich ist einfach ein großer Platz in der Mitte eines Kreisverkehrers mit einem Park. An den umliegenden Straßen gibt es lauter Straßenhändler und westliche Geschäfte. McDonalds, Levis, keine Ahnung was noch so alles.
Wir sind uns einen großen Sikh-Tempel in der Nähe angucken gegangen. Ein wirklich sehr beeindruckender Ort. Der Tempel sieht wunderschön aus. Im Inneren sitzen Menschen auf dem Boden und beten. Die ganze Zeit läuft Musik, deren Texte wir nicht verstehen. Wir haben uns lange dazugesetzt und es war sehr entspannend. Ich kann das nicht richtig erklären, aber dort drinnen herrscht so eine friedliche und entspannte Stimmung. Nicht so, dass man das Gefühl hat, bloß kein Geräusch machen zu dürfen um nicht zu stören, wie das manchmal der Fall ist, sondern ganz entspannt. Man fühlt sich wirklich wohl dort.
Danach haben wir uns noch eine Kirche angeguckt (ja, ein paar davon gibt es in Delhi auch). Jetzt haben wir wirklich schon viele Gotteshäuser hier gesehen. Wir wollen eigentlich von jeder Religion einmal eines besuchen. Fehlen uns noch eine Synagoge und ein buddhistischer und ein Jain-Tempel.
Nachdem wir uns die Kirche angeguckt haben waren wir schon relativ k.o., wollten aber noch nicht zurück in unseren Keller. Also haben wir uns in den Park am Connaught Place gesetzt, die Sonne (oder eher den hellen Himmel) genossen und in Darleens E-Book gelesen.
Morgen geht unser Projekt los und ich bin schon sehr gespannt, was uns dort erwartet.

Fotos machen am Red Fort

Heute Morgen habe ich erstmal Wäsche gewaschen. Mit der Hand. Mit kalten Wasser. Ich bin noch sehr skeptisch, ob sie davon wirklich sauber wird. Mal sehen. Noch trocknet sie.
Dann sind Darleen und ich zum Red Fort gefahren. Mit dem Bus. Wir hatten keine Ahnung, wie das mit dem Fahrscheine kaufen funktioniert, aber ein netter Inder hat uns gehofen. Der Bus war voll, aber auch nicht überfüllt. Das kann in Berlin auch schlimmer sein. Nur, dass der Bus fast nie richtig anhält, sondern nur langsamer wird und man dann schnell aus- und einsteigen muss. Es gibt hier klimatisierte und nicht klimatisierte Busse. Und die Klimaanlage funktioniert dann auch tatsächlich. Es ist aber auch einfach Glück, ob man einen mit oder ohne erwischt. Ich glaube auch nicht, dass die Busse hier einen Fahrplan haben, aber sie kommen alle fünf bis fünfzehn Minuten, sodass das Warten nicht so schlimm ist.
Das Red Fort ist wirklich beeindrucken, weil es einfach riesig ist. Allerdings ist es anscheinend nicht die größte Attraktion dort. Viel spannender waren wir. Kaum sind wir irgendwo mal für eine Minuten stehen geblieben kamen sofort mehrere Inder, die Fotos mit uns machen wollten. Man hört davon ja immer, aber so richtig geglaubt haben wir das vorher trotzdem nicht. Und es kommen auch immer mehr Inder. Also immer schön lächeln. Auf Dauer ist dieses ganze Fotografieren ja doch etwas anstrengend, aber die Leute meinen das ja eigentlich nett und damit muss man rechnen. Also durfte jeder der wollte Fotos mit uns machen. Ich habe keine Ahnung, wie viele Inder jetzt Fotos mit uns haben. Mindestens dreißig.
Danach waren wir an der Jama Masjid Moschee. Wirklich schön. Und sehr groß. Wir hatten Angst, dass wir wegen unserer Kleidung nicht reindürfen, aber das war kein Problem. Dort haben wir etwas zum Überziehen bekommen. Ein Kopftuch brauchten wir gar nicht.
Nachdem wir die Moschee gesehen hatten sind wir ein bisschen durch die Gassen von Old Delhi gelaufen auf der Suche nach der Straße, auf der unser Bus fährt. Old Delhi ist doch ein bisschen was anderes als South Delhi. Die Strßen sind kleiner und voller und es stingt mehr. Wir hatten Hunger, haben aber dem Essen nicht vertraut. In einer Strße verkaufen Leute am Straßenrand die unterschiedlichsten Autoteile. Sehen schon stark gebraucht aus. Meine Frage „Wo bekommen die die alle her? Schrauben sie die einfach von irgendwelchen Autos ab?“ beantwortet Darleen mit einem schlichten „Ja.“ Ok, so ist es wahrscheinlich (hoffentlich) nicht, aber generell sahen nicht alle Menschen so vertrauenerweckend aus. Probleme hatten wir aber keine. Natürlich probieren einem irgendwelche Verkäufer sinnloses Zeug zu verkaufen, aber ich hatte eigentlich nicht das Gefühl, dass ich mir gesteigerte Sorgen um meine Wertsachen machen muss.
An dieser Stelle nochmal danke Ute für die tolle Anti-Klau-Tasche, ohne die würde ich mir wahrscheinlich doch deutlich mehr Sorgen machen.

Unterwegs in Süd-Delhi

Heute haben wir wieder Sightseeing mit Dheeraj gemacht. Er ist wirklich ein guter Führer und kann einem zu allen Sachen viel erzählen. Was mich allerdings stört ist dieses ewige „Picture, Picture“. Es ist ja schön, ein paar Fotos zu machen,aber doch nicht dreißig vom selben Bauwerk. Aber er meint das ja nur nett.
Als erstes haben wir uns den Qutb Minar angeguckt. Ein 72 m hoher Turm, der 1202 von den muslimischen Herrschern errichtet wurde. Leider konnte man nicht nach oben auf den Turm, weil es in der Vergangenheit Selbstmörder gab die dort runtergesprungen sind.
Was ich außerdem sehr erstaunlich fand war, dass der Eintritt für Touristen 250 Rupien war, der für Inder aber nur 10.
Danach waren wir beim Lotus Tempel. Vom Aussehen erinnert der etwas an das Sidney Opera House. Der Tempel ist in Form einer Lotusblüte mit neun Blütenblättern gebaut. Die Zahl neun kommt daher, dass Gott in neun verschiedenen Versionen auf der Erde erschieden ist. Jesus, Mohammed, Krishna und so weiter. Der Tempel ist nämlich nicht nur für Hindus sondern für alle Religionen gedacht. Das fand ich eine wirklich gute Idee. Und da immer nur eine kleine Anzahl an Personen gleichzeitig in den Tempel darf ist es drinnen sehr angenehm ruhig.
Als Nächstes waren wir Mittagessen in einem südindischen Restaurant. Im Süden werden ja schärfere Sachen gegessen als im Norden, sodass ich sehr besorgt war, ob ich überhaupt etwas essen kann. Erstaunlicher Weise war das meiste aber gar nicht scharf und sehr lecker.
Im Anschluss haben wir uns Humayun’s Tomb angeguckt. Das ist ein Mausoleum für die Mogul-Herrscher.
Und heute Abend wollen wir mit den anderen Essen gehen. Ein bisschen Geldverschwendung, schließlich würden wir bei Rajiv Essen bekommen. Aber die Portugiesinnen sind nur noch dieses Wochenende da und wir wollen ja auch ein bisschen was mit den anderen machen.
Als wir vorhin bei Dheeraj im Auto saßen, haben wir einen Elefanten gesehen. Er leif einfach die Straße lang mit ein paar Mneschen auf seinem Rücken. So stellt man sich doch Indien vor. Außerdem habe ich einen Mann ohne Beine gesehen, der auf einem Rollbrett die Straße langrollte. Nicht den Bürgersteig. Das erschien mir ziemlich gefährlich, denn die Autos übersehen ihn bestimmt sehr leicht. Vielleicht ist er nicht auf den Bürgersteig gekommen.
Als wir an einer Ampel warten mussten, kam ein kleines Mädchen an, vielleicht sechs Jahre alt, vielleicht auch jünger oder älter, schwer zu sagen. Sie hat einfach durchs Fenster reingeguckt und gehofft, dass wir ihr Geld geben. Wir haben es nicht gemacht, aber ein schlechtes Gewissen habe ich schon. Da kann ich mir noch so oft sagen, dass man Kindern kein Geld geben soll weil das vermutlich eh nur in den Händen einer Organisation landet und es in Zukunft für Straßenkinder noch schlechter wird. Davon wird das Mädchen auch nicht satt.
Und mit solchen Situationen werden wir wohl noch öfter zu tun haben wenn wir aus unserem schönen Süd-Delhi rauskommen und in schlechtere Gegenden fahren. Wahrscheinlich sollte man wirklich immer ein bisschen Essen dabei haben was man den Kindern in diesem Fall gibt, das schadet nicht. Ich bin auf jeden Fall froh, dass nächste Woche unser Projekt anfängt und ich dann zumindest ein bisschen was sinnvolles tue.